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Überfällige Maßnahme
#1
ICD10 Code F61C - Was bedeutet dies???
Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von klinisch wichtigen, meist länger anhaltenden Zustandsbildern und Verhaltensmustern. Sie sind Ausdruck des charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur eigenen Person und zu anderen Menschen. Einige dieser Zustandsbilder und Verhaltensmuster entstehen als Folge konstitutioneller Faktoren und sozialer Erfahrungen schon früh im Verlauf der individuellen Entwicklung, während andere erst später im Leben erworben werden. Die spezifischen Persönlichkeitsstörungen (F60.-), die kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörungen (F61) und die Persönlichkeitsänderungen (F62.-) sind tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meistens stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.

F61
Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen
Info:
Diese Kategorie ist vorgesehen für Persönlichkeitsstörungen, die häufig zu Beeinträchtigungen führen, aber nicht die spezifischen Symptombilder der in F60.- beschriebenen Störungen aufweisen. Daher sind sie häufig schwieriger als die Störungen in F60.- zu diagnostizieren.
"C" bedeutet ein Misstrauen gegen die Regierung und deren Vertreter...

Ich bin geneigt, dies als persönliche "Auszeichnung" anzunehmen, wenn da nicht dieser Beigeschmack von Krankheit und Abnormität wäre...

Wie ich zu dieser Diagnose kam? Es begann 1989 - Damals arbeitete ich als Maler/Lackierer mit Schwerpunkt Restoration gerade in einer Kleinstadt in Bayern an der Wiederherstellung des Foyers einer Deutsche Bank Filiale. Jeden Morgen, in der Mittagspause und Abends sah ich die Jugendlichen der Stadt gemeinsam mit den Stadtstreichern am Stadtbrunnen auf dem Marktplatz sitzen und die Flaschen kreisen lassend. Kurz vor Abschluss des Auftrages stürmte ich schließlich eines Mittags in das Vorzimmer des Bürgermeisters, verlangte ein Gespräch und hielt diesem einen 30 minütigen erbosten Vortrag über Verwahrlosung der Jugend, Verantwortung der Regierung und dass die Kinder die Zukunft jeder Stadt und jedes Landes seien und Er als Bürgermeister die verdammte PFLICHT habe den Kindern eine sichere und Behütete Zuflucht für ihre Freizeitaktivitäten zu gewährleisten! Nach 30 Minuten fragte dieser schließlich: "Sind sie mit 7,-DM Stundenlohn einverstanden?" Wovon ich mich zunächst etwas überrumpelt fühlte und perplex zurück starrte: "Hä???"
Er erklärte mir, dass Räumlichkeiten vorhanden seien, jedoch keine Aufsichtsperson, die bei dem beschränkten Budget der Stadt den Job übernehmen würde. Ich bat mir Bedenkzeit für eine Rücksprache mit m einem Chef aus und versprach mich später zu melden. 27,-DM Ecklohn als Spezial-Malergeselle+Abstandspausschale+Montage-Geld gegen 7,-DM in einem Provinznest, fernab der Heimat um ein paar verwahrloste Kinder zu betreuen? Ich rief also meinen Chef an um unbezahlten Urlaub zu bitten und nahm die Stelle an...
Das Budget war allerdings sehr knapp bemessen, das Gebäude war ein Historisches Gefängnis, dürftig mit Rigips-Platten und Kiefern-Bohlen ausgeschalt und renoviert, einige Sperrmüll-Möbel als Ausstattung, keinerlei Spiele. Ich ging zu dem örtlichen Spielwaren-Händler und feilschte mit ihm um 2 Brettspiele. Dafür bot ich ihm an, eine Beurteilung und Spielebeschreibung in die Zeitung zu setzen und so Werbung für seinen Laden zu machen. Nachdem ich diesen Punkt bei der örtlichen Zeitung abgesprochen hatte händigte der Händler mir Labyrinth und 4gewinnt, aus eigener Tasche kaufte ich noch 2 Kartenspiele und 2 Kniffel. Ich interviewte die Kinder zu ihrer Meinung von dem Spiel, schrieb eine persönliche Vorstellung meiner Person und einen Artikel über die Wiedereröffnung des Jugendhauses.

Eine Woche später fuhr der Spielwarenhändler mit einem Lieferwagen vor und brachte eine Wagenladung an Spiele-Nachschub... Offenbar kam meine Kolumne so gut an, dass sich der Umsatz des Ladens sich vervielfachte. Auch die Zeitung machte mir das Angebot, als Volontär Reportagen in Sachen Jugendarbeit für die Zeitung zu schreiben. Schon vorher in Kiel war ich bereits als Ehrenamtlicher im Kreisjugendring tätig, was mir zusätzliche Kontakte und Einblicke in das Umfeld ermöglichte.
8 Monate später hatte ich 6 bezahlte Jobs, bei der Evangelischen und Katholischen Gemeinde des Ortes, Sportverein und selbst bei der Schule, wo ich in der Mittagszeit während des Wechselunterrichts die Pausenaufsicht über die Hälfte aller Schüler führte - und zum erstaunen aller Lehrer 900 Schüler 90 Minuten still unterhielt. Zauberkunststücke, Gitarren-Melodien, Origami-Falten, Reiseberichte... einmal saß ich nur mit Hut auf dem Gesicht auf den Hinterbeinen eines Stuhles und "döste" - während die Kinder gespannt warteten dass ich umkippe... Wink Zum Ende rollte ich mich rücklings auf die Füße, fing mit einem Fuß die Stuhllehne und verbeugte mich unter frenetischem Jubel... Allerdings versuchten einige Schüler, das Kunstück im Unterricht zu wiederholen, was den Lehrern gar nicht gefiel.

Schließlich trat der Sekretär des Bürgermeisters, sogenannt "Adjutant", auf mich zu: "Sie haben ja inzwischen ansehnlichen Einfluss und Respekt in unserer Stadt erlangt. Angesichts der bevorstehenden Bürgermeister-Wahl wollten wir Sie fragen, ob sie unsere Partei auch vorbehaltlos unterstützen...?"
Von dieser Frage war ich etwas erstaunt, inwiefern sollte ich wohl für oder gegen einen mir fremden Bürgermeister einer Stadt sein, in welcher ich nur Gast war, noch nicht einmal im Personal-Ausweis umgemeldet. Ich wägte die Bedeutung der Worte des Sekretärs ab und mir wurde klar, dass diese Leute erwarteten, ich solle meinen Einfluss bei der Wahl zugunsten der CSU einsetzen.
Daraufhin ging ich abermals erbost hinauf zum Bürgermeister und warf ihm vor, dass ich mich niemals blind für eine Partei oder Ideologie einsetzen würde, sondern grundsätzlich nach den Aktivitäten der Handelnden Personen urteilen würde und ich offenbarte ihm, dass ich durschaut hatte, aus welchem Grund die Grundschule eines vorgelagerten Dorfes geschlossen wurde - nämlich um die Grundstückspreise von 6 Höfen in den umliegenden Hügeln zu vermiesen und die dort lebenden Familien zum ausziehen zu zwingen, denn welche Eltern würden ihrem 6-jährigen Kind einen Schulweg von 1,5 Stunden zumuten? Ich hieb mit Zeigefinger auf der wunderschönen topografischen Landkarte an der Wand im Büro von Herrn Bürgermeister so heftig auf die betreffenden Höfe das es wie Pistolenschüsse durch das Rathaus schallte und der Adjutant alarmiert in den Raum stürzte.
Außerdem wusste ich, dass der Kreis Jugendring das örtliche Jugendhaus mit 300.000,-DM bezuschusst hatte, weitere 300.000,-DM vom Amt für Denkmalschutz für das Historische Gefängnis. Als Maler WEIß ich, dass die vorgenommene Renovierung maximal 60.000,-DM gekostet hat, also sprach ich den Herrn Bürgermeister auf den Verbleib der restlichen 90% der beanspruchten Zuschüsse an - Natürlich konnte weder der Bürgermeister, noch das Adjutantchen diese Frage beantworten...
Ich verließ das Rathaus und ging gegenüber zur Deutschen Bank um etwas Bargeld für mein Abendessen abzuholen, wo der Automat erstmal meine Karte schluckte - (Nanu?!?). Also stellte ich mich an den Schalter um die Fehlfunktion zu melden, aber aus einem der Büros kam mir bereits ein Bankangestellter entgegen: "Herr Paulsen? Bitte hier entlang" und geleitete mich in sein Büro. "Toll" Dachte ich "Das ist mal Service". Im Büro sagte die Krawatte dann: "Sie haben bei uns gar kein Konto!" und Ich: "Hä, wie bitte?" - Einzige Erklärung oder Erwiderung: "Die Hand die einen füttert, sollte man nicht beißen!". Natürlich war die "Konto-Löschung nur eine Finte, bereits am nächsten Tag war meine Konto-Karte in meinem Briefkasten, mit der fadenscheinigen Begründung "Einziehung wegen Zeit Überschreitung beim Buchungsvorgang...". Ich kündigte jedoch bald darauf das Konto und wechselte das Institut.
Erbost brach ich dann meine Zelte in Bayern ab und ging zurück nach Kiel und in meine eigentliche Arbeit. Alles schien sich wieder zu normalisieren, ich arbeitete wieder an der Restoration alter Gebäude, natürlich meist im Ausland, was mir ganz recht war. Bis ich im August 1994 nach einem Auftrag aus Russland zurückkehrte und ein paar Wochen Standard-Arbeit in Kiel verrichtete, während der nächste Auftrag vorbereitet wurde; in der ersten Woche steig ich morgens auf die Leiter - Und hatte komplett vergessen, was ich eigentlich anstreichen sollte, kein Kurzzeitgedächtnis mehr.
Es war offensichtlich, das ich Vergiftungssymptome hatte, jedoch war unklar, wodurch. Im Blut und Urin war nichts erkennbar. Erst die Vergabe eines Medikaments (Dimercaptopropansulfonsäure kurz DMPS) konnte eine Quecksilbervergiftung nachweisen, aber die Richtlinien der Krankenkassen damals besagten "...Vergabe von Medikamenten ist eine Behandlung und kann nicht Indikation sein für eine weiterführende Behandlung!". Somit verweigerte meine Krankenkasse sowohl die Untersuchungen wie auch die anschließende Ausleitung der Giftstoffe oder folgende Behandlungen!
Da ich nicht Arbeitsfähig war, musste ich somit die Entgiftung selber zahlen - von Sozialhilfe. 2 Jahre später, 1996 meldete ich mich wieder arbeitsuchend und wieder vermittelbar, als letzter Arbeitgeber galt das Sozialamt, also wurde ich wieder dorthin geschickt. Auf meine Beschwerde meinte die Sachbearbeiterin nach einem kurzen Telefonat nur: "Die Hand die einen füttert, sollte man nicht beißen". Ich schaute sie verdattert an und fragte was das heißen solle, sie sagte aber nur, das wisse ich besser als sie und es sei ihr telefonisch so mitgeteilt worden...
Hätte ich die Möglichkeit gehabt, ich hätte damals schon eine Partei gegen das Establishment gegründet, aber wer hätte mir diese staatliche Willkür geglaubt?

Dort in Bayern wurde übrigens kurz nach meinem Fortgang tatsächlich angefangen ein Ski-Urlaubsgebiet zu bauen in dem Gebiet welches ich ansprach. Als ich Hörte dass die Hütten ein Blechdach haben sollten war mir klar dass nie geplant war, dass dort jemals irgendwer übernachtet - Blechdach macht einen Heidenlärm bei Regen... 1998 wurde der Bau abgebrochen, alle privaten Investoren sahen in die Röhre und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung war auch nichts, bis heute ist das abgesperrtes Privatgelände (ca 120Ha)


Seit 2011 bin ich Frührentner und seit 2017 kümmere ich mich zumeist um meine MS-erkrankte Lebensgefährtin.

Liebe Grüße
Ralf
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#2
Na, das ist mal eine Geschichte. Könnte man glatt verfilmen.

Ich wünsche zumindest mal Gesundheit für euch beide  ..liebe Grüsse Cris
 :-) mein Erprobungsforum für Mitbestimmung läuft, disaströs, chaotisch, und ohne Mitglieder ^^
     ich freue mich über Besuch^^  und über Mitmacher noch mehr, hat wer Lust?
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#3
Spannend!
"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd..."
"Er war ein liebenswürdiger, glücklicher und schlauer Mensch, der vor niemandem Achtung hatte."
(Die us-am. Historikerin Barbara Tuchman über General Max Hoffmann)
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