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Machtbegrenzung - Neue Berufsethik von Politikern bzw. Menschen mit Machtbefugnissen
#1
Hallo allerseits  Smile

Seit geraumer Zeit mache ich mir Gedanken, weshalb die derzeit herrschende Politikerkaste sich soweit manipulieren lassen konnte, dass private Interessen finanzieller, politischer oder medialer Natur die Oberhand über die tatsächliche Volksvertretung im engeren Sinne gewannen. Anders formuliert, warum entsteht der Eindruck, dass viele Menschen mit Machtbefugnissen - u.A. Politiker, Finanzbosse, Konzernvorstände, Ärzte, Juristen und Journalisten - allem Anschein nach komplett realitätsfremde Entscheidungen treffen?

Dann sind mir folgende logische Fragen in den Sinn gekommen Idea :

- Wer von diesen Personen wohnt oder hat überhaupt jemals zur Miete gewohnt?
- Wer von diesen Personen kennt das öffentliche Schulsystem, entweder selbst oder durch den eigenen Nachwuchs?
- Wer fährt regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln (DB, aber auch städtische Bus- und Bahnlinien)?
- Wer aus diesem Personenkreis hat jemals von HartzIV leben müssen?
- Wer von diesen Personen verfügt nur über einem Gehaltsscheck zum Lebensunterhalt?
- Wer davon kennt das öffentliche Gesundheitswesen, also den Alltag eines Kassenpatienten?
- Wer davon kann nachweisen, dass er/sie keinerlei Interessenskonflikte hat, die seine/ihre Entscheidungsfreiheit begrenzen?

Exclamation Die Fragen sind wichtig, wenn diese Personen Entscheidungen über Gesetze und Veränderungen in eben diesen Bereichen treffen sollen (Wohnungsbau, Verkehrswesen, Soziales, Schule und Ausbildung, Gesundheitswesen)....

Daher sollten wir meines Erachtens über eine neue Definition der Berufsethik nachdenken, die eben vorschreibt, daß der Personenkreis, der sich um eine Position mit Machtbefugnissen bewirbt mindestens 50% der o.g. Fragenkatalogs (wohl bemerkt, das sind nur erste Gedanken, Ihr seid willkommen, diesen Fragenkatalog mit Euren eigenen Ideen zu ergänzen/ vervollständigen  Tongue ) mit ja beantworten und mit entsprechenden Belegen nachweisen kann, also:

- schon mal zur Miete gewohnt hat oder wohnt
- das öffentliche Schulsystem und deren Schwächen aus eigener Erfahrung oder den Nachwuchs kennt
- anders unterwegs ist als nur im Pkw mit Chauffeur
- bereit ist, die eigene finanzielle Situation und mögliche Interessenskonflikte offenzulegen...
- schon mal mit öffentlichen Einrichtungen aller Art konkrete nicht auf Hörensagen basierende Erfahrungswerte gesammelt hat (Schulen, Krankenhäuser, ÖPNV)...

Ich weiss, die ganze Thematik ist voll mit juristischen Stolpersteinen gepflastert, unter Anderem:
Recht auf Privatsphere, freie Wahl der Schule oder der Gesundheitseinrichtung, die Problematik des dadurch entstehenden"gläsernen Bürgers", die wiederum mit Freiheitsrechten eng verbunden ist....

ABER - und das sollte meiner Meinung nach berücksichtigt werden - wer für ein öffentliches Amt kandidiert, sollte bereit sein, die wichtigste Frage des Fragenkatalogs zu beantworten, nämlich die zu möglichen Interessenkonflikten und finanzieller Unabhängigkeit. Wer nicht frei handeln kann, um ein Problem zu lösen, wird zwangsweise keine zufriedenstellende Lösung finden können/ wollen.  Dodgy

In diesem Sinne bin ich gespannt auf Eurem Feedback zu diesem Denkanstoß.  Tongue

Liebe Grüsse

Layla
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#2
(08.06.2021, 12:58)Layla schrieb: Seit geraumer Zeit mache ich mir Gedanken, [...]

In diesem Sinne bin ich gespannt auf Eurem Feedback zu diesem Denkanstoß.  Tongue

Hallo zusammen und hallo Layla,

es dürfte kaum außer Frage stehen, dass wenn absurde und abstruse Thesen praktiziert werden, diese dann zu dessen Fortsetzungen und Weiterentwicklungen anstoßen.
Auf diese Weise haben Religionen und sonstige Ideologien oftmals mit nur einer Person ihren Anfang genommen.
So wissen bspw. Bibelkundige, das der Name des Gründers zum Judentum ein gewisser Jakob gewesen sein soll (das war der Mann, der angeblich mit Gott kämpfte, wobei Gott den Namen des Kämpfers änderte: "Von nun an sollst Du nicht mehr Jakob, sondern Israel heißen!")
Eine tolle Geschichte, wenn sie denn überhaupt authentisch ist, führte sie dennoch zum Faktum des nunmehr tatsächlich existierenden Judentums und Land Israel.
Auf Paulus geht das Christentum zurück und ohne einen gewissen Mohamad gäbe es wahrscheinlich keinen Islam, oder all das wäre von jemand Anderem in ähnlicher Form erdacht und umgesetzt worden.

Die Idee zur Demokratie geht auf den Griechen mit Namen 'Solon' zurück.
Was aber verstand dieser Solon seinerzeit unter diesem Begriff, auch wenn er selbst den Terminus 'Timokratie' gebrauchte?
Frauen kamen in seinem politsoziologischen Entwurf jedenfalls nicht vor, so auch nicht das Konzept einer 'Parteien-Demokratie', wie wir es heutzutage kennen und praktizieren.
Zumindest aber können wir diesen Solon als jemanden verstehen, der nichts von Monarchien, Oligarchien, Matriarchate etc. hielt - ein Nachfragen ergäbe somit keinen Sinn.

Und wie sieht es nunmehr um das Bewusstsein heutiger Demokraten, Kommunisten, Monarchisten, Matriarchisten, Anarchisten etc.pp. aus?
Wenn wir nur schon einen zeitgenössischen Demokraten fragen, was er vom Kommunismus hält, dann dürfte seine Antwort darauf eindeutig ausfallen.
Fragen wir unseren Demokraten weiter, was er unter dem Begriff 'Demokratie' versteht, so können seine Antworten darauf nicht weniger absurd und abstrus ausfallen, wie jene vor rund 2500 Jahren in Griechenland.
Wo also steht unser Demokrat gegenwärtig mit seinem Demokratiebewusstsein tatsächlich, um ihn genau von dort in das von der Basispartei angesagte Demokratieverständnis abholen bzw. mitnehmen zu können?
Und wo steht jeder bereits Mitgehende der Basispartei in seinem momentanen Demokratieverständnis?
Oder anders gefragt: Wie groß könnte möglicherweise die Kluft zwischen Sinn und Unsinn in allen bisher erdachten soziologischen Systementwürfen sein?
Und warum wurden/werden überhaupt derlei Systeme entwickelt, wenn nicht stets aus dem Grund, das diesem Treiben Existenzängste vorangehen?
Angst - so sagen weise Leute - sei kein guter Ratgeber.
Zu was für Ideen aber stacheln Ängste an?
Hast Du auch Angst - und wenn; wovor?
Etwa, das nicht alle Dinge auf Erden für alle Menschen, so auch nicht für Dich, reichen könnten?
Wenn es derlei Ängste gibt, dann würde das doch sehr gut dieses Verhalten - mitunter von Politikern - rund um das Horten, was nur zu horten geht, erklären, weil ja auch in gewisser Weise nur zu logisch. Oder etwa nicht?
Ich jedenfalls höre kaum mehr was Anderes, als: Zu wenig Geld! - Zu wenig Zeit! - Zu wenig Wasser! - Zu wenig Land! - Zu wenig Regen! - Zu wenig Verständnis! - Zu wenig Häuser! - Zu wenig Kunden! - Zu wenig [Dies und Das, wenn nicht noch mehr "viel zu wenig vom jetzt Vorhandenen"].

Kinder verhungern, weil zu wenig Nahrung vorhanden ist und Wissenschaftler arbeiten daran, eines Tages den Mars besiedeln zu können, weil nur ein Planet zur Existenzsicherung der Menschheit -> zu wenig ist.
Und Diogenes von Sinope war seinerzeit nur ein Hund in Menschengestalt, eben weil er genügsam wie ein Hund war.
Nur; wer will schon in derselben Genügsamkeit leben, wie Diogenes seinerzeit, oder Fiffi bis Dato?

Die Philosophin 'Ariadne von Schirach' brachte unser aller fatalistisches Treiben mit folgendem Satz auf den Punkt: "Für mich reicht es noch!"

Gruss, M.
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#3
Dank für deine ausführliche Themeneinführung. Ich habe sie nicht ganz gelesen. Die Grundfrage ist: Warum/Wie entsteht Macht und wie geht der/die Machthaber/in damit um? Ganz einfach.
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#4
(08.06.2021, 17:12)M. M. schrieb:
(08.06.2021, 12:58)Layla schrieb: Seit geraumer Zeit mache ich mir Gedanken, [...]

In diesem Sinne bin ich gespannt auf Eurem Feedback zu diesem Denkanstoß.  Tongue

Hallo zusammen und hallo Layla,

Und warum wurden/werden überhaupt derlei Systeme entwickelt, wenn nicht stets aus dem Grund, das diesem Treiben Existenzängste vorangehen?
Angst - so sagen weise Leute - sei kein guter Ratgeber.
Zu was für Ideen aber stacheln Ängste an?
Hast Du auch Angst - und wenn; wovor?

Gruss, M.

Hallo M.,
Danke für Dein Feedback, aber jene Ängste, die Du hier ansprichst sind das Ergebnis einer gewollten und geschickt durchgeführten neurolinguistischen Manipulation (auch bekannt als "Propaganda" in Bernayschen Sinne also mit der Absicht "die Massen ohne ihr Wissen zu kontrollieren" - Edward Bernays, Propaganda and Public Relations, 1928).

Dieses Knappheitsargument, welches hiermit benutzt wird und als Realität präsentiert wird (angeblich seien "Ressourcen knapp", "Wasser knapp", "Nahrungsmittel knapp") ist ein typischer Spin, also eine Verdrehung der Tatsachen, kurzum eine Lüge. Das auf dieser Lüge basierende Narrativ der Knappheit ist übrigens kein Unbekannter. Wir kennen es aus den Bereichen der Werbung und des Marketings "Nur solange Vorrat reicht", "holen Sie Sich Ihr Produkt X/Y, nur begrenzt da", moderne Onlineverkäufer führen den Spin weiter mit beispielsweise "Nur noch 2 auf Lager" oder Ähnliches.

Aber das Knappheitsnarrativ hat auch eine andere Funktion. Ablenkung von wichtigeren Themen zum Einen, Spaltung der Gesellschaft zum Anderen, das gute alte "Divide et impera", teile und herrsche, denn es werden künstlich Lager erstellt. Die Einen sagen "jawohl, ist alles knapp". Andere wiederum "Ne, reicht doch für alle". Eine 3. Meinungsgruppe kommt vielleicht mit ihrem "ist zwar knapp aber wir schaffen das, wenn wir so und so handeln".

Das Ganze WOHL BEMERKT basierend auf FALSCHE TATSACHEN! Big Grin  Ein Problem, das nicht existiert wird thematisiert, eine Lösung zu diesem Problem von zynischen Opportunisten angeboten und die Illusion aufrechterhalten, Politiker oder Partei XYZ hätte das Problem gelöst. Woher klingt das Ganze so vertraut? Woher nur bloß Huh       Confused

Liebe Grüsse.

Layla

(08.06.2021, 19:43)raimar schrieb: Dank für deine ausführliche Themeneinführung. Ich habe sie nicht ganz gelesen. Die Grundfrage ist: Warum/Wie entsteht Macht und wie geht der/die Machthaber/in damit um? Ganz einfach.

Hallo Raimar,  Smile

Danke für Dein Feedback, eigentlich ging's mir eher darum, wie entsteht Realitätsferne von sogenannten "Volksvertretern" und sonstigen Menschen mit Machtbefugnissen und wie wir dem ein Ende setzen könnten. Idea

Einfach nach dem Motto, wer Entscheidungen über ein System trifft (zB öffentliches Schulwesen, Gesundheitswesen oder ÖPVN, Wohnungsbau, usw...) und zwar welche, die direkten Einfluss auf Qualität, Verfügbarkeit und Kosten dieser Einrichtungen ausüben), ohne das Problem überhaupt aus eigener Erfahrung zu kennen, wird sich an sogenannte Berater Angry wenden, die meistens mehr eigene Interessen als das Gemeinwohl im Sinn haben....

Dieses Beratersystem Sad trägt in sich alle Fehler einer Vetternwirtschaft, Korruption, Interessenkonflikte, mangelnde Entscheidungsfreiheit, fehlende Rücksicht auf Tatsachen, zB gibt es Bedarf oder Notwendigkeit für die Einrichtungen oder wer soll wie dafür bezahlen? Grundsätzliche Fragen der Alltagspolitik werden reduziert auf Kosten, da Kommunen vom Landtagsgeldhahn zum Teil abhängig sind, Landtag wiederum vom Bund und anderen Geldquellen abhängig, der Bund von Schulden und ihrer Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit. Diese Verflechtung erschwert lokal sinnvolle Politik (zB Vorortproduktion und -verbrauch, Entscheidungsfreiheit für Infrastruktur, freie Wahl der für die Infrastrukturarbeiten benötigten Unternehmen usw...).

Dann kommt auch die Ethikfrage Dodgy ins Spiel. Wer von einem Thema null Ahnung hat und zu diesem Thema verheerende Entscheidungen trifft, die Leben zerstören (zB wieder ein ländliches Krankenhaus gestrichen, nun müssen Notfallpatienten aus der Region 30Km weiterfahren, um behandelt zu werden, viele vorher behandelbare Fälle versterben oder erleben schwere Komplikationen), die Person, die diese Entscheidung getroffen hat soll HAFTEN...

Generell sollten Menschen mit Machtbefugnissen verantwortungsvoll damit umgehen. So meine zugegeben simplistische Huh Überlegung.
Liebe Grüsse. Layla
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#5
ich finde, man kann da ruhig etwas kleiner anfangen.
Jeder Mensch hat Macht über sich und über Andere, die er selbst regulieren kann.

Für mich gibt es auch keine Trennung zwischen Beruf und privat, mindestens nicht moralisch.

und zu Fragenkatalogen kann ich auch nur sagen, Die werden dann auch nur wieder auswendig gelernt.

Es ist das Spiel und nur das Spiel, das den Menschen vollständig macht. (Schiller)
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#6
(09.06.2021, 16:46)Viola Dold schrieb: ich finde, man kann da ruhig etwas kleiner anfangen.
Jeder Mensch hat Macht über sich und über Andere, die er selbst regulieren kann.

Für mich gibt es auch keine Trennung zwischen Beruf und privat, mindestens nicht moralisch.

und zu Fragenkatalogen kann ich auch nur sagen, Die werden dann auch nur wieder auswendig gelernt.

Hallo Viola,

Danke für Dein Feedback, wollte hier schon auf Konkretes hinweisen. Aber anscheinend ist dies mir noch nicht gelungen. Confused
Kurz gesagt, ging's mir um Machtbegrenzung und Achtsamkeit zugleich. Jemand der nur im gepanzerten Auto mit Chauffeur unterwegs ist, hat keine Ahnung, wie es so ist in einer überfüllten Strassenbahn nach dem Feierabend nach hause zu fahren.
Und ausgerechnet diese Person (zumindest aus jetziger Sicht) entscheidet vielleicht, ob es mehr Bahnen geben soll???? Aus ihrem systemischen Unwissen wird sie sagen: "machen wir lieber weniger, dadurch weniger Kosten. Punkt."

Liebe Grüsse
Layla
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#7
[quote pid="11366" dateline="1623165153"]
Hallo M.,
Danke für Dein Feedback, aber jene Ängste, die Du hier ansprichst [...].
Woher klingt das Ganze so vertraut? Woher nur bloß Huh       Confused 
[/quote]

Gern geschehen, wobei Dir eigentlich der erste Dank gebührt.

Hallo Layla,

das Ganze kommt uns wohl deshalb so vertraut vor, weil es schon die Spatzen seit Jahrtausenden allerorts von luftigen Höhen aus auf unsere Wenigkeiten herabzwitschern.
Dabei haben wir noch nicht mal auf die größten Schandtaten der bisherigen Menschheitsgeschichte angespielt.
Das macht aber auch nichts, zumal wir uns endlos und fernab von Gegenentwürfen über das Treiben aller Möchtegern-Rumpelstilzchen auslassen könnten.
Darum würde mich sehr interessieren, wie sich denn Deinen Auffassungen nach die Menschheit formieren - oder erst entwickeln? - müsste, um überhaupt mal von einer echten Zivilisation sprechen zu können.

In diesem Sinne herzlichen Dank und Gruss zurück, M.  Wink

[quote pid="11366" dateline="1623165153"]
Hallo M.,
Danke für Dein Feedback, aber jene Ängste, die Du hier ansprichst [...].
Woher klingt das Ganze so vertraut? Woher nur bloß Huh       Confused 
[/quote]

Gern geschehen, wobei Dir eigentlich der erste Dank gebührt.

Hallo Layla,

das Ganze kommt uns wohl deshalb so vertraut vor, weil es schon die Spatzen seit Jahrtausenden allerorts von luftigen Höhen aus auf unsere Wenigkeiten herabzwitschern.
Dabei haben wir noch nicht mal auf die größten Schandtaten der bisherigen Menschheitsgeschichte angespielt.
Das macht aber auch nichts, zumal wir uns endlos und fernab von Gegenentwürfen über das Treiben aller Möchtegern-Rumpelstilzchen auslassen könnten.
Darum würde mich sehr interessieren, wie sich denn Deinen Auffassungen nach die Menschheit formieren - oder erst entwickeln? - müsste, um überhaupt mal von einer echten Zivilisation sprechen zu können.

In diesem Sinne herzlichen Dank und Gruss zurück, M.  Wink
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#8
Hallo Layla, danke für Deinen Beitrag.

Zunächst das Positive: natürlich hast Du Recht, dass Menschen in wichtigen öffentlichen Positionen / Ämtern wissen müssen, was sie tun. Ich gehe sogar soweit zu fordern, dass sie mindestens soviel Wissen/Erfahrung haben müssen wie der beste ihrer Mitarbeiter.

ABER: wozu muss ein Verteidigungsminister schon mal zur Miete gewohnt haben, um seinen Job richtig zu machen? Operiert ein Chirurg besser, wenn seine Kinder auf eine öffentliche Schule gehen? Will man wirklich Journalist werden, wenn man dafür seine finanzielle Situation offenlegen muss - und wem eigentlich ?
Niemand kann nachweisen, dass er keinerlei Interessenskonflikte hat, die seine Entscheidungsfreiheit begrenzen. Was Du da forderst nennt sich bei den Juristen "Beweislastumkehr". Wer seine Unschuld nicht beweisen kann ist schuldig. In einem Rechtsstaat gilt aber die Unschuldsvermutung.

Du beschreibst hier einen Versuch, Menschen mit fragwürdigen Methoden zur Ethik zu zwingen. Aber das ist in sich selbst nicht ethisch. Eine Handlung, die unter Zwang erfolgt hat keinen moralischen Wert.

In einem totalitären Staat wie Du ihn beschreibst wollte ich nicht leben. Ich setze mich vehement für Freiheit und Selbstbestimmtheit ein. Du scheinst mir eine Verfechterin von Zwang zu sein, um einen "besseren Menschen" zu schaffen. Wir haben offensichtlich grundverschiedene Ansichten von einer guten Gesellschaft.
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#9
(10.06.2021, 08:54)Andreas_aus_Mannheim schrieb: Hallo Layla, danke für Deinen Beitrag.

[...]

In einem totalitären Staat wie Du ihn beschreibst wollte ich nicht leben. [...].

Uijuijui, da schießt m.M.n. aber jemand weit über die Grenzen des Universums hinaus.  Big Grin

Es ist nicht so, als wollte ich Laylas Denkanstöße verteidigen wollen (das kann sie selbst sicherlich besser, als ich), aber dass in ihr totalitäres Gedankengut umgeht, wage ich doch arg zu bezweifeln.
Vielmehr scheint mir, dass sie abzuchecken gedenkt, wie gepflegt es denn unter den Damen und Herrn der Basis-Partei zugeht.
Denn schaut man sich an, wie sich Layla in weiteren Beiträgen äußert, dann sollte das voll und ganz genügen, um festzustellen, dass sie nicht auf totalitäre Spielarten bedacht ist. Sogar im Gegenteil!

LG, M.
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#10
(10.06.2021, 13:29)M. M. schrieb:
(10.06.2021, 08:54)Andreas_aus_Mannheim schrieb: Hallo Layla, danke für Deinen Beitrag.

[...]

In einem totalitären Staat wie Du ihn beschreibst wollte ich nicht leben. [...].


Hallo Andreas, Sad
Es gibt , glaub ich, Klärungsbedarf. Zum Einen aufgrund des Forumformats bin ich davon ausgegangen, dass dies der Ort schlechthin ist, um Denkanstöße und Symptomatik eines nichtfunktionierenden Systems offenzulegen. Ich rede nicht non totalitären Strukturen sondern von einer freiwilligen Offenheit, die meines Erachtens von öffentlichen Personen zu erwarten sei. Jemand, der grundsätzlich Andere vertreten sollte, sollte schließlich ein Bisschen was vom Leben der Anderen kennen oder, falls nicht, genug Neurgierde aufbringen, sich dafür ernsthaft zu interessieren.

Denn die Symptomatik der Abschottung und Entfremdung des Alltagslebens, die ich hier beschreibe (unterwegs sein im gepanzerten Pkw mit Chauffeur) ist sicherlich nicht der notwendigen Aufgeschlossenheit und Toleranz zuträglich, die erforderlich ist, um komplexe öffentliche Probleme sinnvoll zu lösen.

Es ist eben auch jene Entfremdung und Realitätsferne, die zur Politik geführt hat, wie wir sie derzeit erleben, nämlich von oben herab ohne Bezug auf Realität mit unpraktikablen oder schlichtweg falschen Lösungen. Eine faschistoide Volksvertretung, wo die Wähler nicht als intelligente Menschen mit Mitspracherecht gesehen sondern als Machtlieferanten in gewissen Zeitabständen (Wahlen).

Meine Thematik hier war also die Beschreibung eines Symptoms und eine DISKUSSION, wie wir's ändern könnten. Manche Argumente, die ich von Dir erlebe ob hier oder im KV Mannheim, erscheinen mir intolerant für einen Basisdemokraten, Dein Tonfall gibt öfters den Eindruck eines besserwisserischen Politkommissars, der die heilige Doxa der Partei gegen jegliche Diskussionsform krampfhaft verteidigt. Solche Fehler haben andere Parteien zuvor gemacht, WIR sollten sie nicht machen. Tongue

Liebe Grüsse

Layla
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#11
(11.06.2021, 14:22)Layla schrieb: Manche Argumente, die ich von Dir erlebe ob hier oder im KV Mannheim, erscheinen mir intolerant für einen Basisdemokraten, Dein Tonfall gibt öfters den Eindruck eines besserwisserischen Politkommissars, der die heilige Doxa der Partei gegen jegliche Diskussionsform krampfhaft verteidigt. Solche Fehler haben andere Parteien zuvor gemacht, WIR sollten sie nicht machen. Tongue

Hallo Layla,

bitte konkrete Kritik:

Welche meiner o.a. Argumente haben den Tonfall eines "besserwisserischen Politkommissars" ?

Basisdemokratie ist nach meiner Interpretation das individuelle Recht jedes Einzelnen seine politischen Interessen direkt zu vertreten.
Ich sehe daher nicht, was das mit Toleranz zu tun haben soll.
Wer sich für Freiheit einsetzt, kann wohl kaum tolerant zu Einstellungen sein, die er für freiheitsfeindlich hält.

Und ich rede hier übrigens keinesfalls für dieBasis oder um "heilige Doxa" zu verteidigen. Ich verteidige nur mein Verständnis von Freiheit.
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#12
Hallo Andreas,

Mit Diffarmierung als Kritik erreicht man nichts, mit Diskussion schon...

Im Klartext, ich beschreibe hier keinen totalitären Staat und wünsche mir auch keinen. Ich beschreibe ein Symptom unserer jetzigen Gesellschaftspolitik (Realitätsentfremdung) und FRAGE, was wir tun könnten, um das zu ändern.

Nirgendwo behaupte ich, die allgemein gültige Wahrheit zu haben. Wichtig ist DIE DISKUSSION. Also, daß wir uns überhaupt Gedanken machen sollten, wie wir Macht begrenzen wollen, Lobbyismus bekämpfen, usw...

Übrigens ist beispielsweise die Offenlegung von möglichen Interessenkonflikten nichts Neues. Das müssen viele Wissenschaftler im Gesundheitswesen machen, um überhaupt peer-reviewed Forschungsergebnisse zu publizieren.

Hoffe damit, alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

LG
Layla
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#13
liebste Layla,

hey, wenn du etwas ändern möchtes, musst ein bißchen kleiner anfangen, und nicht fertige Klötze hinstellen, die du nur bewundert haben willst. Auch solltes du nicht "diese Personen" so grass an die Wand stellen. Damit wirkst du leider auch totalitär

Es ist das Spiel und nur das Spiel, das den Menschen vollständig macht. (Schiller)
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#14
Hallo Layla,

Du schreibst die ganze Zeit was von Diskussion. Ich habe zu Deinen Ideen mehrfach Fragen gestellt. Auf keine davon gehst Du ein.

Ich kriege nur pauschal Vorwürfe an den Kopf geworfen, ich würde Dich diffamieren und ähnliches.
Ist das Deine Vorstellung von Diskussion?

Das führt so zu nichts.

Wenn Du auf meine Fragen nicht antworten kannst oder willst ist das Dein gutes Recht.
Aber dann macht diese "Diskussion" für mich keinen Sinn. Es ist nämlich keine.

Und ich sage es hier nochmal: Ein Staat in dem Ärzten, Journalisten, Juristen, Konzernvorständen und Finanzbossen (den Beruf kannte ich gar nicht) vorgeschrieben werden soll, wo/wie sie zu wohnen haben, auf welche Schulen sie ihre Kinder schicken müssen oder dass sie kein Auto haben dürfen ist für mich totalitär.

Das hat nichts mir Dir zu tun.
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#15
[quote pid="11464" dateline="1623422345"]
Hallo Layla,

Du schreibst die ganze Zeit was von Diskussion. Ich habe zu Deinen Ideen mehrfach Fragen gestellt. Auf keine davon gehst Du ein.

ABER: wozu muss ein Verteidigungsminister schon mal zur Miete gewohnt haben, um seinen Job richtig zu machen? Operiert ein Chirurg besser, wenn seine Kinder auf eine öffentliche Schule gehen? Will man wirklich Journalist werden, wenn man dafür seine finanzielle Situation offenlegen muss - und wem eigentlich ?

Niemand kann nachweisen, dass er keinerlei Interessenskonflikte hat, die seine Entscheidungsfreiheit begrenzen. Was Du da forderst nennt sich bei den Juristen "Beweislastumkehr". Wer seine Unschuld nicht beweisen kann ist schuldig. In einem Rechtsstaat gilt aber die Unschuldsvermutung.


[/quote]

Habe nie behauptet, jemand MÜSSTE zur Miete gewohnt haben, um zB Verteidigungsminister zu sein. Die Frage wäre nur DANN relevant, wenn der betreffende Politiker gewisse Entscheidungen trifft, die u.A. auf Mietpreise- und -angebot wirken.
Auch war meine Formulierung anscheinend falsch, habe nicht behaupten wollen, dass Menschen frei von Interessenkonflikten sein sollten, und falls ich es so gesagt habe war es ein Fehler (ja, ich bin auch nur ein Mensch, mache sowas gerne :-) ).
Diese Interessenkonflikte sollten aber offengelegt werden, wie es auch heute für jede peer-reviewed wissenschaftliche Publikation nötig ist.

Insofern hast Du mit dem Argument der Beweislastumkehr und der Unschuldvermutung recht.

Nochmals scheint mir wichtig zu klären, worauf ich zu scharf reagiert habe, war das, was ich als Pauschalurteil empfunden habe (denn totalitär ist genau das, womit ich nie in Verbindung gebracht werden möchte).
Ich habe emotional überreagiert und entschuldige mich auch dafür. Anscheinend haben wir aneinander vorbeigeredet.

Wie gesagt, die Thematik Machtbegrenzung ist wichtig, nicht ob ICH oder DU recht haben....Oder keiner von uns.
Mein Post hier war dazu gedacht, die Säule der Machtbegrenzung mit Leben und Alltagsbeispielen zu füllen, nicht konfliktuell zu werden. Anscheinend waren einige meiner Formulierungen dafür nicht präzise genug. Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen.

Zitat: 
Und ich sage es hier nochmal: Ein Staat in dem Ärzten, Journalisten, Juristen, Konzernvorständen und Finanzbossen (den Beruf kannte ich gar nicht) vorgeschrieben werden soll, wo/wie sie zu wohnen haben, auf welche Schulen sie ihre Kinder schicken müssen oder dass sie kein Auto haben dürfen ist für mich totalitär.

Es geht nicht darum, diesen Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben, das wäre in der Tat totalitär Exclamation , sondern darum, dass man Menschen mit Entscheidungsmacht in Bereichen wie Wohnungsbau, Schulwesen, Verkehrswesen durchaus fragen dürfte, woraus Sie Ihre Erkenntnisse ziehen, um jene Entscheidungen eben zu treffen (Selbsterfahrung? Beratergremien? Und falls ja, welche?). Schließlich wird man bei jedem Job gefragt, ob man da eine entsprechende Erfahrung hat. Warum sollte es bei Berufen mit Machtbefugnissen anders sein?
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