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Reform und/oder Personal?
#1
Question 
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank an die Gründer und all den anderen die sich dafür engagieren, daß wir bei der Wahl ein Kreuz machen können, das nicht gleich den Untergang bedeutet.

Ich habe seit letztem Sommer selber lange, und relativ laut, über die Gründung einer Partei nachgedacht, das aber Anfang des Jahres ad acta gelegt, da ich nicht genug Netzwerk und viel zu geringe Erfolgschancen gesehen habe - ganz abgesehen von einer gewissen Politikabneigung, die zwar von der aktuellen Situation unterdrückt wird, aber sicherlich irgendwann dafür gesorgt hätte, daß ich mich nicht mehr mit dem was ich tue wohl fühle.
Neben diversen Ideen, Utopien und anderen Träumereien, war kurzfristig ohnehin die Idee, eine wählbare Alternative bei der Wahl aufzubauen, ich sehe im Moment keine Partei im Parlament, der ich auch nur als Ausweichstimme Vertrauen schenken würde.
Das ist ja auch, dank Euch, gar nicht mehr nötig und die Chancen etwas zu bewegen, sind ohnehin größer, wenn man sich bündelt.

In den Monaten, wo ich das ernsthaft in Erwägung gezogen hatte, haben sich auch einige konzeptionelle Ideen angesammelt.
Da ich leider keine Ahnung habe, wie Reformen am System dann technisch umgesetzt werden, bzw. ob das überhaupt möglich ist, stellt sich jetzt die Frage, wie ich mich am besten einbringe.
Ich habe festgestellt, dass ich durchaus Interesse und Spaß am Austüfteln politischer Systeme habe, allerdings kann ich mich gar nicht mit der Idee 'öffentliche Person' anfreunden, gleiches gilt für Wahlkampf, zumindest in der Form, wie er aktuell, von den Etablierten, ausgeführt wird.

Daher ein paar Fragen:
Gibt es einen Schwerpunkt auf Systemreform, oder soll zunächst mal das politische Personal entkernt werden, oder etwas ganz anders, oder von allem ein bisschen?
Habt Ihr überhaupt Verwendung und Interesse an jemandem, der sich nach Möglichkeit aus Tagespolitik heraushalten will?
Macht es für mich Sinn Mitglied zu werden?

Mir geht es in 1. Linie drum, die Gedanken und Ideen die existieren sinnvoll weiterzugeben. Ich hätte auch durchaus Interesse, aktives Mitglied zu bleiben, solange es um Gestaltung und nicht um Umsetzung geht. Wenn es die Erfolgschancen erhöht, würde ich auch für ein oder zwei Jahre beitreten, nur wenn das viele machen, kann das eben auch in ein oder zwei Jahren ein Problem werden.
Ich würde mich am wohlsten fühlen, mit echten Menschen reden zu können, aber ich habe volles Verständnis, wenn dafür die Zeit fehlt.
Ich würde auch als Gast bei was auch immer teilnehmen.
Eine offene Diskussion hier im Forum, oder Kommunikation per Chat oder Email gingen natürlich auch, da ich das meiste noch nicht zu Papier gebracht habe, wäre für mich alles persönliche aber am einfachsten.

Ein paar Punkte zu denen ich mir Gedanken gemacht habe:
- eine Art Volksveto, ggf. bis zur Aufhebung der Immunität (ich verstehe, dass Immunität als Grundzustand gewahrt werden muss, allerdings halte ich es für gefährlich, dass es keinen Mechanismus gibt, der souverän eingreifen kann)
- aktive Demokratie,  Mechanismen, die Möglichkeit und Motivation schaffen die Bevölkerung dynamisch einzubinden, Aufgaben zielgerichtet und i.d.R. einmalig zuweisen, Erschwerung für Korruption, durch kurzzeitige Bindungen
- Entpolitarisierung der Wissenschaft, der Regierung unterstellte, oder von der Regierung finanzierte Wissenschaft ist abhängig und hat immer auch einen subtilen politischen Auftrag. Was kann man tun, um möglichst objektive wissenschaftliche Bedingungen zu schaffen und wo sollte man eine feste Bindung belassen?
- Schutz von Verfassung/Grundrechten (und anderen Gesetzen, wie das ISG), das Ändern elementarer Rechte und Gesetze sollte nicht (nur) von Mehrheiten abhängen sondern auch durch Verfahren geschützt sein (z.B. ein exklusiv dafür bereitgestelltes Gremium), um Missbrauch zu vermeiden
- Gleichberechtigung: Vielfalt nicht Gleichheit, das ist ein globales Prinzip, der Versuch unterschiedliche Menschen künstlich gleich zu machen ist kontraproduktiv und erzeugt Unzufriedenheit.
Als Beispiel Bildungssystem: Unabhängig von Begabung und Interessen wird im Moment versucht ein System zu schaffen, das das Abitur, als Ziel für alle hat. Folge: der Anspruch des Abiturs muss runtergesetzt werden, eine Menge Schüler sind unzufrieden oder überfordert, weil es um Erfolg, statt Interessen geht, die anderen Abschlüsse werden als unzureichend empfunden, Arbeitskräfte sind überqualifiziert, oder unterbezahlt, Arbeitskräfte fehlen in fast allen Basisbereichen. Entwicklung eines systemischen Leitsatzes, mit dem Ziel Unterschiede/Vilefalt zu belohnen, statt einheitliche Ziele zu motivieren
- die Idee zählt (auch), es fehlt mir an guter Formulierung, gemeint sind solche unsinnigen Ideen wie das Wort 'Mohr' in uralten Märchenbüchern, als rassistisch einzustufen. Bei sowas kann man wohl davon ausgehen, dass weder Autor, noch Leser irgendeine Form von Rassismus wahrnehmen, statt dessen geht auf Dauer die Information verloren, dass dieses Wort in der Vergangenheit eine andere Bedeutung hatte. Neben der konkreten Form eines Wertes (Wort, Zahl, Name, ...) gibt es häufig auch eine Idee, deren Bedeutung nicht ausser Acht gelassen werden darf - am Ende geht es drum zu verhindern einen Riesenberg ein Verordnungen und Gesetzen zu schaffen, die nicht von Dauer sind, unnötig Bürokratie erzeugen und häufig eher schaden als helfen. Erlaubt man die Grundidee von Gesetzen und Verfassung als Argument heranzuziehn, spart das Geld, Zeit und fördert ein Grundverständnis für die Gesetze in der Bevölkerung
- Medien: der schmale Grat, der Staat muss eine Grundversorgung an Information zur Verfügung stellen, darf aber nicht die Kontrolle über die Inhalte haben (dazu habe ich bisher nur ein paar Ideen, die am Ende Teilen bedeuten. Das ist mir aber ein ganz wichtiger Punkt, die aktuelle Mediensituation macht mich wahnsinnig)

Ich glaube es fehlen noch ein oder zwei Dinge, und ich habe noch ein paar Notizen, zur Umsetzung in den Ämtern, bzw. Bindung an Personen, mangels Erfahrung und Wissen, allerdings nicht sehr konkret.
Ich denke aber das sollte reichen, zu entscheiden, ob Ihr damit überhaupt was anfangen könnt, und falls ja, wie ich Euch am besten unterstützen kann.


LG,
Jens
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#2
Moin moin und danke, du schreibst mir von der Seele. Es gibt bestimmt auch eine Menge an Situationen welche uns täglich vor Auge führen wieviel Nonsens das politisierte alltägliche Leben mittlerweile mit sich führt. Nehmen wir nur mal die Meldung das schnell noch in dieser Legislaturperiode enorm viele Stellen geschaffen werden, so als Bonus für die erkaufen Dienste zu unseren Lasten. Warum keine Systenerneuerung?
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