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Kapitalismus = Arbeitsplatzsicherung ?
#1
Es ist kein Geheimnis, dass große multinationale Konzerne die Politik und Bevölkerung im Würgegriff haben. Sie drohen damit, ihre Unternehmen woanders hin zu verlagern, wenn sie nicht die Subventionen, Steuersenkungen und Tarifverträge bekommen, die sie wollen.  Aus Angst um den Verlust von Arbeitsplätzen werden Menschen und Politiker zum Einknicken gezwungen. Wie lange müssen wir uns das noch gefallen lassen?

Der Kapitalismus ist keine nachhaltige Philosophie, allerdings nicht für die meisten Menschen. Unternehmen wollen durch Lohnkürzungen den Gewinn maximieren. Lohnkürzungen führen aber zu weniger Kaufkraft, wodurch die Unternehmen nicht weiter verkaufen können. Deshalb suchen sie nach anderen Ländern, in denen sie ihren Gewinn maximieren können. Auf diese Weise hüpfen sie immer wieder von links nach rechts und dann wieder zurück von rechts nach links.

Wieso wehrt die Politik sich nicht gegen dieses Spiel?

Es wäre großartig, wenn wir überall auf der Welt gleichen Lohn für gleiche Arbeit einführen könnten. Aufgrund unterschiedlicher steuerlicher, wirtschaftlicher und monetärer Regelungen auf der Welt scheint dies jedoch kurzfristig nicht machbar zu sein.

Aber wie sieht es mit dem Steuerausgleich aus?

Wenn ein Unternehmen seinen Gewinn maximiert, indem es sich in Entwicklungsländern ansiedelt und Produkte in ein bestimmtes Land in Europa exportieren möchte, könnten wir erzwingen, dass das Unternehmen die Gewinne veröffentlicht, die es im Produktionsland gemacht hat auf der Grundlage der verkauften Produkte im Exportland. Die Steuer, die dieses Unternehmen geschuldet hätte, wenn es im Exportland produziert hätte, könnte simuliert werden und das Unternehmen könnte dann gezwungen werden, diese Steuerdifferenz als Boni zu gleichen Teilen an seine Mitarbeiter zu zahlen, zumindest wen man eine Lizenz für den Import/Export/Produktion nach/in Europa möchte erhalten. Diese Regelung wäre eine Alternative zur alten Importsteuer und würde meiner Meinung nach zu einer Nivellierung des Arbeitsmarktes führen.

Das Ziel ist ja jedem Land zu ermöglichen, seine Unternehmen gerechter zu besteuern, ohne den Verlust von Arbeitsplätzen befürchten zu müssen. Selbst wenn diese Unternehmen abwandern würden, entstünden Marktlücken, die von anderen gefüllt werden könnten, ohne dass ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit zu befürchten wäre.


Zumindest gibt es noch viel Raum für Lösungen, wenn der Wille vorhanden ist, diese zu finden.
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#2
Thumbs Up 
Ich wünsche mir eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus und
einen Sozialismus ohne Planwirtschaft, unterm Strich wätten
wir dann eine Soziale Marktwirtschaft.

Diese soziale Marktwirtschaft hatten wir in den ersten Nachkriegsjahrzehnten
und alle waren damit zufrieden. Selbst kleine Dorfgemeinden waren damals
in der Lage Schulen zu bauen. Mallorca galt damals als Urlaubsinsel für
Putzfrauen, weil selbst Geringverdiener sich damals schöne Urlaube leisten
konnten. Heute brauchen die Kommunen für die Sanierung ihrer Schulen
bereits die privatwirtschaftliche Beteiligung von Investmentgesellschaften,
genannt PPP. Die Putzfrauen von damals brauchen heute mehrere Jobs
nebeneinander, weil sie sonst nicht über dien Runden kommen. Wie ist
das zu erklären?

Es liegt an unserem Geldsystem. In den Nachkriegsjahrzehnten hatten wir
nach Krieg und Zerstörung tolle Wachstumsraten, ich erinnere mich an eine
Lohnerhöhung Anfang der 1970er Jahre i.H.v. 10 %! Uns ging es damals
gut. Das Geheimnis damals war, dass kein Geld gehortet wurde. Wegen der
starken Nachfrage wurde jede DM sofort wieder investiert, es wurde kein Geld
gehortet!

Heute haben wir ziemlich gesättigte Märkte, alle Haushalte haben ihren vollständigen
Hausrat, ein Auto steht vor der Tür. Die Leute kaufen im Grunde nur Ersatz für
verschlissene Teile. Diese Ersatzbeschaffung reicht aber nicht aus, um ordentliche
Wachstumsraten zu erzielen. Dabei wissen die Gewerkschafter, dass es ohne
Wachstum nichts zu verteilen gibt. Wir unterliegen einem ständigen Zwang zum
Wirtschaftswachstum! Wir hören die Politiker alle Tage beten: Wachstum, Wachstum,
Wachstum!

Warum brauchen wir ständig Wachstum? Wann ist es genug? Die Industrie
produziert schon längst Produkte mit schnellem Verschleiß, damit immer wieder
Neues gekauft werden muss. In diesem System hat der Klimaschutz keine Chance.

Wir müssen unser Geldsystem ändern! Das Kernproblem liegt im ewigen Fehlen
des Geldes für die Kreditzinsen. Das ist ein anderes Thema....
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